Im Jahre 1997 ging ich um die Weihnachtszeit mit meiner Tochter Daniela durch die Innenstadt von Köln, um die Adventsstimmung zu erleben. Auf einmal sahen wir einen Mann mit dem Schild

Keine Wärmestube für Obdachlose

durch die Schildergasse ziehen.

Wir sprachen ihn an und schnell wurde vereinbart:
An Weihnachten bringen wir an den Dom eine warme Suppe für diese Menschen. Es waren ca. 3o - 4o Personen gekommen, die sich alle sehr über eine warme Mahlzeit freuten. Uns wurde klar, dass solch eine Speisung nicht nur an Weihnachten notwendig ist; so beschlossen wir: Wir kommen in 14 Tagen wieder.

Damit war Jutta's Suppenküche geboren.

Am Anfang gab es nur eine warme Suppe mit einem Stück Brot; dann kam mit der Zeit immer mehr dazu: Hunde- und Katzenfutter, Kleidung, Schuhe sowie Lebensmittel jeglicher Art und vieles mehr. Zusätzlich sammelten wir von den Passanten, die unsere Arbeit beobachteten, vor Ort Geld ein und konnten den Obdachlosen so kleine private Wünsche erfüllen.

Nun sind wir im 18. Jahr, 14 - tägig freitags ab 15.oo Uhr bei Wind und Wetter draußen am Domforum (wofür ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte für das stillschweigende Dulden) und bringen nun nach der Suppe mit Brot Gebäck, Lebensmittel, Obst, Gemüse, Futter für Hunde und Katzen und vieles mehr mit.

Wir machen Aktionen wie Schuhkauf, organisieren Kleiderkauf im Second - Hand Shop kaufen günstige Elektroartikel, mit anderen Worten organisieren wir fast alles, was fehlt.

Mittlerweile kommen zu uns zwischen 1oo bis 15o Bedürftige, leider immer weniger Obdachlose, sondern Menschen, die trotz Arbeit zu wenig Geld haben sowie sehr viele Rentner, die eine zu geringe Rente haben. Alle müssen ihre Bedürftigkeit durch einen Kölnpass nachweisen. Jeder bekommt eine Nummer, sodass nach der Ausgabe der Suppe die Lebensmittel gerecht verteilt werden können.

Diese ganze Arbeit wäre ohne mein Helferteam nicht zu schaffen; besonders freut mich, dass viele dieser Menschen mir schon viele Jahre beistehen.

Auf Anregung von Helmut Brügelmann habe ich nun den Verein: Jutta's Suppenküche gegründet und so sind wir in der Lage, unseren Spendern Spendenquittungen auszustellen. Wir erhoffen uns davon durch Essensgutscheine, Schuhaktionen und vieles mehr, den Obdachlosen bzw. den Bedürftigen noch effektiver helfen zu können.

Im Mai konnten wir 119 Paar neue Schuhe preisgünstig erwerben und diese vor Ort verschenken. Mehrere haben vor Freude geweint, weil es das erste Mal war, dass sie neue Schuhe bekommen hatten.

Durch die Flüchtlingssituation werden wir noch viele weitere Aufgaben bewältigen; mögen wir in der Lage sein, diese auch erfüllen zu können.